Eine Oase. Wohlfühlen & Entspannen

Nachhaltig gestaltete Badwelt im New Century Hotel

Von seiner langen Anreise aus China müde, schließt Zhang San* erleichtert hinter sich die Hotelzimmertür. Den Jetlag in den Knochen sehnt er sich nach einer heißen Dusche.

Zwei Zimmer weiter sinken Marie und Sebastian Glück* nach einem exzellenten Abendessen in die Betten. Beide wollen dorthin, wohin auch der König alleine geht. Und sie wollen anschließend duschen. Sie freuen sich, als sie merken, Bad und Dusche sind so gestaltet, dass beides gleichzeitig möglich ist ohne peinlich zu werden. Auch frisch Verliebte wollen ihre Intimität wahren.

Im Stockwerk direkt über ihnen testen die Geschäftspartner Anton Breitig* und Johann Hinterhuber* aus Österreich aus, was bei ihren chinesischen Kollegen gang und gäbe ist. Sie teilen sich erstmals ein Doppelzimmer. Schmunzelnd diskutieren sie über ihre Waschgewohnheiten. Anton möchte noch vor dem zu Bett gehen duschen. Johann zieht die morgendliche Erfrischung vor. Schnell stellen sie fest: Kein Problem. Aus dem Bad dringt kaum ein Geräusch ins Zimmer.

* Namen von der Redaktion geändert.

Derweil bekommt niemand vom jeweils anderen etwas mit. Das ist genau so beabsichtigt. Schließlich wollen Hotelgäste die Ruhe und Zurückgezogenheit ihres Quartiers genießen. Sie möchten unbehelligt bleiben, sollte ihren Zimmernachbarn nachts um 4 Uhr einfallen, dass sie gerade jetzt eine Erfrischung durch heißes Nass brauchen. Das ist Standard in einer 4-Sterne-Residenz wie dem New Century Hotel.

· Teil 1 ·

Höchste Ansprüche
an Design und Funktionalität

Bei 400 und mehr Gästen pro Tag ist dies eine architektonische wie bauliche Herausforderung. Zudem sollen die sanitären Einrichtungen trotz intensiver Nutzung auch nach 10 ... 15 Jahren noch wie neu aussehen. Deshalb müssen Technik und Material höchsten Ansprüchen an Schallschutz, Umweltschutz, Qualität, Langlebigkeit und wirtschaftlichen Aspekten genügen.

Zum Bau der sanitären Einrichtungen des New Century Hotels brauchte es zahlreiche Gewerke und vielfältige Kompetenzen. Viele Handwerker waren gefragt. Sie erstellten vom Estrich über Elektrizität und Wasserversorgung bis zur Armatur und Echtglas-Interieur alles neu.

Alltäglich wollten kleine wie große "Überraschungen", die es bei der Sanierung der 223 Hotel-Zimmer gab, agil gelöst werden. Den zügigen Bau unterstützten Handwerker, die effizient und flexibel ihre Arbeit aufeinander abstimmten, stets die Wünsche des Bauherren berücksichtigend.

Als Gast des New Century Hotels blicke ich von der Executive Suite aus über ganz Mainhattan. Und das im dezenten Luxus einer tollen Innenarchitektur. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen nachts in der Badewanne bei voller Beleuchtung der Hochhäuser — ein unglaublicher Ausblick. Das ist etwas, das müssen Sie erleben. Worte können dies nicht wirklich beschreiben.

Patrick Schulze

Oberbauleiter New Century Hotel

Foto: © Axel Hartmann

Hoteliers haben stets zwei Seiten bei der Hotelplanung und beim Hotelbau im Blick: Wie nimmt ein Gast die Räume wahr und wie einfach ist es für das Service-Personal, die Einrichtung in Schuss zu halten.

Rodderich Leffler
General Manager der Hoteleröffnung New Century Hotel (bis 2017)

Im Zuge der Planung erkannten die Bauherren gemeinsam mit dem Architekten, dass Hotelgäste die winzigen 70er-Jahre Balkone des vormaligen "Golden Tulip" nie nutzen werden. Mit ihren knapp 9 Quadratmetern waren sie schlicht zu klein. So entschlossen sie sich, diese Bereiche den Zimmern zuzuschlagen und die Fassade des Hotelkomplexes entsprechend zu modernisieren. Heute bieten Standard-Zimmer die Großzügigkeit von 35 Quadratmetern. Keine Frage, dies eröffnete ganz neue innenarchitektonische Chancen.

Im ersten Konzept hatten wir vorgeschlagen, das Bad klassisch an den Eingang jeden Zimmers zu legen. So wie man es konventionell im deutschen Hotelbau macht. New Century hatte neben uns noch einen chinesischen Interieur Designer beauftragt. Dieser brachte den chinesischen Look mit ein.

Er sagte ganz klar: Das Bad solle in die neu entstandene Nische des vormaligen Balkons integriert werden. Er skizzierte, wie er sich das vorstellt und überzeugte damit die Tourismus-Gruppe. Das setzten wir wie vom Bauherren gewünscht um. Und da gab es natürlich auch wieder ein paar fiese, gemeine Gebäudefugen, wie die hier hinter mir im Fußboden oder über mir in der Decke. Unsere Aufgabe war, sie ins Gesamtkonzept für's Bad zu integrieren.

Als Architekt bin ich kein Künstler, der zum Selbstzweck handelt.
Ich bin Erfüllungsgehilfe des Auftraggebers und Vermittler hin zur Bauleitung.

Christian Naeve

Architekt New Century Hotel

Bei einer Komplett-Sanierung ist meine Aufgabe, in der Lösung so dicht an den (Design-)Wunsch des Bauherren ranzukommen wie es technisch möglich ist. Gestaltung ist immer eine Geschmacksache. Wir bringen uns mit unseren Vorstellungen ein. Das schon. Letztendlich sagen wir jedoch: Okay wenn du das haben möchtest, sag uns das; dann setzen wir dir es so um, wie du es haben willst. Wir zwingen Bauherren nicht unsere Meinung auf.

Bei technischen Lösungen ist das was anderes. Da sagt man, bis dahin kann ich mitgehen, kann ich das verantworten, dann ist Schluss. Als Bauingenieur bin ich haftbar. Allein schon deswegen produzieren wir nicht das, was nicht funktionieren kann, auf Dauer nicht funktionieren wird. Das machen wir nicht.

Im künstlerischen Anteil der Architektur sind wir freier. Und lernen dadurch natürlich auch vom Bauherren — wie in diesem Fall. Den "chinesischen Look" hätten wir im Leben nicht hinbekommen. Da muss man schon die chinesische Kultur verinnerlicht haben, um die Elemente so zu positionieren.

Christian Naeve
Architekt am New Century Hotel

großzügig. lichtdurchflutet. barrierefrei.

Die Großzügigkeit von 35 Quadratmetern der Hotelzimmer verstärkte der Interieur Designer aus China mit einem weiteren architektonischen Clou. Das Bad ist barrierefrei in den Raum integriert. Die Skizze des Innenarchitekten sah Echtglas-Interieur zur physischen Trennung des Sanitär- vom Schlafbereich vor.

Kombiniert mit einem freundlichen Lichtkonzept gewinnt der Raum an Offenheit und Eleganz. Fliesen aus Naturstein aneinandergefügt mit Creme-Tönen der Wände, helle und zum Kontrast braunschwarze Möbel aus chinesischem Holz lassen den 80er Jahre Industrie-Chick der Bürohochhäuser am Kaiserlei schnell vergessen.

Foto: © Axel Hartmann

Echtglas im Badbereich war schon immer etwas Besonderes. Es erzeugt ein großzügiges Raumgefühl. Glasinterieur vermittelt einen Hauch von Luxus und gibt einem Innenarchitekten tolle gestalterische Möglichkeiten.

In unserem Fall baute die Firma HEILER Glastrennwände zwischen Toilette und Dusche. Pendeltüren, ebenfalls aus Echtglas, trennen dann beides vom Raum. Das war in diesem Fall sehr, sehr wichtig, weil Bad und Sanitärbereich in das Hotelzimmer integriert sind.

Insofern musste ein innenarchitektonisches Gesamtkonzept gefunden werden, das den gestalterischen Anforderungen von New Century gerecht wird und auch den Wünschen des Hotel-Klientels entspricht.

Patrick Schulze
Oberbauleiter am New Century Hotel

· Teil 2 ·

Indi­vi­duelle Glas­lösungen
direkt vom Her­steller

Von der Fachberatung bis zur Realisierung alles aus einer Hand

Waghäusel im April 2014. Beschwingten Schritts betritt Pierre Lindenau sein Projektbüro. Bei HEILER ist er Projektleiter für Glasbau in gewerblichen Bauvorhaben und Objekten. Bevor er sich den alltäglichen Aufgaben widmet, wird er zunächst das Angebot für das Hotelprojekt "New Century Hotel Offenbach" kalkulieren. Am Tag zuvor hatte er mit Oberbauleiter Patrick Schulze von MBN die Details für die Echtglas-Elemente besprochen.

Dieses Projekt markiert einen Leuchtturm in der Entwicklung der Firma. Es ist ein Nachweis, wie HEILER exklusive Objekte dieser Größe erfolgreich abwickelt. Seit etwa 2 Jahren übernimmt das Familienunternehmen vermehrt auch Großbaustellen mit mehr als 200 Installationen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Pierre Lindenau ist, dass er sich gut und vorausschauend sowohl mit der Bauleitung als auch mit seinen Kollegen abstimmt.

Die großen Glaswände sind ein wichtiger architektonischer Bestandteil. Erst durch sie wird diese großzügige Transparenz des Interieur Designs erreicht. Dadurch, dass Bad- und Sanitärbereich ins Zimmer integriert sind, mussten alle innenarchitektonischen Elemente millimetergenau auf Bodenbeläge, auf Naturfliesen und auf den Teppichboden abgestimmt werden.

Beim Bauen im Bestand – was dieses Hotel ausgemacht hat – bedeutete das auch: Jede einzelne Glaswand wurde für die örtlichen Gegebenheiten maßgefertigt. Sämtliche 223 Bäder wurden professionell aufgemessen und die 3 bis 4 Glasscheiben millimetergenau konstruiert, gefertigt und eingebaut.

Stellen Sie sich den Aufwand vor. Allein für die Aufmaße wurde jedes Zimmer einzeln begangen, gemessen und dokumentiert. Beispielsweise gab es keine 2 Räume mit identischen Deckenhöhen. Um diesen Arbeitsaufwand bei sehr engem Termin-Korsett realisieren zu können, brauche ich als Oberbauleiter einen Partner, der diese Aufgabe zuverlässig und eigenständig übernimmt.

Patrick Schulze
Oberbauleiter am New Century Hotel

Ausschreibung & Auftragsvergabe

Ausgeschrieben waren 223 Dusch-/WC-Bauteile aus Glas im Rahmen der Revitalisierung eines Hotelkomplexes. Das New Century Hotel ist ein altes Bestandsgebäude aus den 70er Jahren. Das Gebäude wurde daher komplett entkernt. Das Spannende am Bauen im Bestand ist, man weiß im Prinzip noch nicht so richtig, was auf einen zukommt.

Nachdem ich vor Ort das erste Aufmaß genommen hatte und klar war, wie sich Bauherr, Architekt und Baufirma die Bad-Nischen vorstellen, fertigte ich die Unterlagen für die Auftragsvergabe an. Hierbei ist mir wichtig, dass auch der Konstrukteur die bauliche Situation kennt. Wie ist die Bodenbeschaffenheit? Wie ist der Maueraufbau? Wie kann die Konstruktion verankert werden?

Vieles lässt sich nicht allein mit Bildern oder einer Aufmaß-Skizze darstellen. Deshalb band ich von Anfang an sowohl Konstrukteure als auch Mitarbeiter aus unserer Produktion eng ins Projektteam ein.

Den gemeinsam mit meinen Kollegen erarbeiteten Entwurf legte ich MBN vor. Wir fügten der Beschreibung eine kleine Freigabezeichnung bei, damit sie sich unsere Idee besser vorstellen konnten: Wie die Drehrichtungen der Türen festgelegt werden kann. Welche Gläser und Beschläge wir verbauen. Wir beschrieben, welches Raumgefühl beim Hotelgast mit den ausgewählten Modellen unserer maßgeschneiderten Einbauten entsteht. Welcher wirtschaftliche Nutzen – zum Beispiel in der Reinigung und Pflege – dem Betreiber letztlich zugutekommt. Und so weiter.

Ein, zwei Telefonate und Abstimmungen später stand die Lösung und wir konnten uns über die Beauftragung freuen.

Pierre Lindenau
Projektleiter Glasbau am New Century Hotel

Bauphase: Konstruktion & Fertigung

Die Beauftragung markiert den Start der Umsetzung. Anhand der exakten Aufmaße werden nun für jedes einzelne Zimmer die Gläser konstruiert und die Stückliste mit den erforderlichen Beschlägen erstellt.

Die Mitarbeiter in der Produktion bringen die Wandbeschläge auf Maß und montieren Kleinteile vor. Zusammen mit den Glas-Beschlägen sowie dem benötigten Befestigungsmaterial konfektionieren sie die Bauteile und verpacken sie für den Transport.

Im August 2015 steht mit der Anlieferung der Echtglasscheiben in Kirrlach alles bereit für den Baubeginn.

Bauphase: Koordination & Logistik

Der Einbau der Glasscheiben erforderte nicht nur eine just in time Lieferung auf die Baustelle aufgrund der logistischen Verhältnisse, sondern es musste jede Scheibe in das richtige Bad gebracht werden, weil es Einzelanfertigungen waren, die vor Ort millimetergenau montiert wurden. Das erfordert eine hervorragende Arbeitsvorbereitung — und kompetente, hoch motivierte Monteure, die mitdenken und kluge Entscheidungen treffen.

Patrick Schulze
Oberbauleiter New Century Hotel

Mit der Auftragsfreigabe beginnt meine Arbeit als Projektleiter für's Objekt. Vor Ort ist meine Aufgabe die Abstimmung mit den einzelnen Gewerken, die in einer Bad-/Dusch-Kombination vorkommen: Vom Fassadenbauer, über den Boden-Abdichter, den Installateuren für Sanitär und Elektro, dem Fliesenleger, dem Maler, der die Decke streicht, bis zum Bodenleger.

Bei diesem Bauvorhaben ebenso unerlässlich: die Koordination mit dem Verantwortlichen für die Baulogistik. Die Abstimmung vor Ort ist komplex, vor allem wenn man bedenkt, dass wir 32,54 Tonnen Glas in das Gebäude verbauten. Von den 674 Scheiben waren 3 Scheiben baugleich. Das hieß, wir mussten genau darauf achten, welche Scheibe wohin gebracht wird.

Pierre Lindenau
Projektleiter Glasbau am New Century Hotel

Die Besonderheit dieses Projektes ergab sich aufgrund der ungewöhnlichen Gebäudegeometrie – es ist ein rundes Hochhaus. Dies machte eine spezielle Baustellen-Logistik notwendig. Der Zugang zum Gebäude war während der Bauphase nur über einen einzigen Außenaufzug möglich.

Man kann sich vorstellen, wie schwierig es ist, wenn 20, 30 unterschiedliche Gewerke auf einer Baustelle zum Teil in denselben Etagen arbeiten. Es war knifflig, die Nutzung dieses Außenaufzuges zur Sicherstellung der Logistik auf der Baustelle zu takten. Es gab weitere Optionen mit einem Hochbaukran, den wir auf dem Dach zum Stehen bekamen – auch eine Besonderheit. Für ein sensibles Material wie Glas ist dieser jedoch nicht geeignet.

Patrick Schulze
Oberbauleiter New Century Hotel

Auf Hebezeuge oder Hubwagen konnten wir nicht zurückgreifen. Die Gänge waren zu schmal. In den Fahrstuhl passten maximal 10 Glasscheiben pro Fuhre. Oben angekommen, waren wieder zirka 50 Meter mit jeweils einer riesigen zwischen 40 und 60 Kilogramm schweren Scheibe in der Hand zu laufen.

Wir hatten nur 1 Aufzug zur Verfügung, den wir uns mit allen Gewerken teilten. Wer den Lift wann nutzen konnte, war über Takt-Zeiten geregelt. Erschwerend kam hinzu, dass vor dem Gebäude keine Lagerfläche zur Verfügung stand. Daher war stets ein Monteur vor Ort, der die Glas-Montage koordinierte.

Pierre Lindenau
Projektleiter Glasbau am New Century Hotel

Sketchnotes Reportage New Century Hotel: Badwelt — Glas-Logistik durch die Firma HEILER
[ 2017 Reportage New Century Hotel ]

In Abstimmung mit dem Bauleiter teilten wir unsere Baumaßnahme in 4 Abschnitte. Das gab uns die nötige Freiheit zum Montieren in dieser kleinen, beengten Dusche. Es vereinfachte die Koordination mit den Restgewerken, die schon durch sein müssen, die noch nach uns kommen. Die größte Herausforderung jedoch war die schiere Masse an Glas, die händisch in alle 15 Wohn-Etagen zu vertragen war.

Pierre Lindenau
Projektleiter Glasbau am New Century Hotel

Bauphase: Glas-Montage

Es ist vollbracht! Die Glasscheiben sind in die entsprechenden Hotelzimmer vertragen. Und auch die Räume für die ersten Glasmontagen hat er schon präpariert. Erleichtert wischt sich Konstantin Hirschmann den Schweiß von der Stirn. Nun kann der Facharbeiter von HEILER zusammen mit seinen Kollegen mit der Montage beginnen. Nach kurzer Absprache, wer welchen Raum übernimmt, starten sie mit dem Einbau.

Sketchnotes Reportage New Century Hotel: Badwelt —
Glas-Montage durch die Firma HEILER: Qualitätssicherung und Rüstzeit beim Bohren

[ 2017 Reportage New Century Hotel ]

Um sowohl Festglasscheiben als auch Pendeltüren fachgerecht zu befestigen, bohren die Glas-Experten insgesamt 2.682 Löcher. Hinter dem 12-mm-Feinsteinzeug und Gipskarton war vom Trockenbauer im Zuge der Fassaden-Erneuerung eine schwerere Stahl-Konstruktion angebracht worden. Daher verschleißen die HEILER-Monteure im Rahmen des Bauprojektes zirka 270 Glasbohrer (Feinsteinzeug und Gipskarton) sowie rund 50 Stahlbohrer (Stahl).

Unsere Monteure mussten pro Loch zwei, drei Mal die Bohrer beziehungsweise die Bohrmaschine wechseln. Die Rüstzeit war also enorm. Baufirma und Bauherr ersparen sich durch diese fachgerechte Montage jedoch Reklamationen. Und der Betreiber spart bares Geld. Die Ganzglasanlagen halten wesentlich länger. Er hat mehr Spaß daran. Die hohe Qualität unserer Montage und Bauteile macht es uns auch möglich, über die VOB-Gewährleistung hinaus eine 5-jährige Garantie auf unsere Anlagen zu geben.

Pierre Lindenau

Projektleiter Glasbau am New Century Hotel

Alle notwendigen Löcher sind angezeichnet und gebohrt. Nun verschraubt Konstantin Hirschmann die von der Produktion vorkonfektionierten Wandprofile. Zur Verankerung der Echtglas-Scheiben zwischen Dusche und Toilette verbaut das Team im New Century Hotel in Summe zirka 337 m U-Profil. Diese HEILER-typische, minimalistische Bauweise verleiht dem Rohstoff Klarglas die größtmögliche Wirkung.

Sketchnotes Reportage New Century Hotel: Badwelt — Glas-Montage durch die Firma HEILER: U-Profil
[ 2017 Reportage New Century Hotel ]

Die kompakten "HEILER classic" Pendel-Scharniere tragen zwischen 40 und 60 Kilogramm Glasgewicht. Bei der Vormontage der Beschläge an die Glasscheiben achten die Monteure darauf, dass alles exakt ausgerichtet ist. Präzision in diesem Arbeitsschritt stellt sicher, dass sich die Anlagen im laufenden Betrieb sicher bedienen lassen und einfach zu reinigen sind.

Den HEILER-Monteuren ist bewusst: Gerade in einem Hotelbetrieb ist dies ein enorm wichtiger Aspekt, damit die Badwelt lange schön und wohnlich bleibt. Den Hotel-Manager freut zudem, dass die Kosten für Reinigungspersonal ebenfalls im Rahmen bleiben. Aus diesem Grund sind Pendeltüren eine kluge Entscheidung, auch das beschleunigt und vereinfacht den Reinigungsprozess.

Noch einmal die Wasserwaage anlegen. Passt. Nun gilt es, die erste Glasscheibe zu positionieren. Dazu hebt sie Konstantin Hirschmann an Ort und Stelle. Für größere Glas-Elemente wie beispielsweise in der Executive Suite bittet er einen Kollegen hinzu.

Schließlich justiert er mithilfe der Beschläge und Wandprofile die schweren Sicherheits­glas­scheiben. Je nachdem wie schief und krumm die baulichen Gegebenheiten vor Ort sind, ist hierbei großes handwerkliches Geschick gefragt. Beim Bauen im Bestand, wie im New Century Hotel, die übliche Anforderung.

Um so größer ist seine Freude, dass die Mehrzahl der Scheiben bereits im ersten Versuch perfekt im Lot stehen. Die Vorarbeit aus dem professionellen Vor-Ort-Aufmaß, der Konstruktion und Produktion zahlen sich aus. Denn der Terminplan ist knapp bemessen. Ein Verzug würde den ganzen, eng getakteten Baustellen-Ablauf durcheinander bringen.

Sind sämtliche Scheiben richtig positioniert, schraubt Konstantin Hirschmann die Griffe an. Anschließend justiert er noch einmal präzise nach. So sorgt er für die leicht zu bedienende Funktion aller beweglichen Teile. Nun bringt er noch die maßgenauen Dichtungen an. Schließlich fehlen noch die Verblendungen von Scharnieren und Beschlägen. Klack. Klack. Klack. Klack. Passt.

Sitzen sämtliche Glaselemente und Beschläge an ihrem Platz, reinigt Konstantin Hirschmann alles rudimentär. Danach silikoniert er die komplette Glaskonstruktion. Mit geübten Händen zieht er gewissenhaft eine materialsparende Spur des Dichtmittels. Glättmittel in der einen Hand, Abziehen des überschüssigen Silikons mit den Fingern der zweiten Hand – der Monteur arbeitet präzise wie ein Uhrwerk. Langjährige Erfahrung lehrten ihn, zügiges Arbeiten vermeidet unschöne Flecken auf Glas und Fliesen. Auch das klappt wie am Schnürchen. Sämtliche Silikonfugen der Arbeit am NCH werden sich schließlich auf 4,45 Kilometer aufsummieren.

Bleibt noch, einen von außen gut sichtbaren Hinweis anzubringen, der die nachfolgenden Gewerke informiert, ab wann das Silikon ausgehärtet ist und sie mit ihrem Teil der Arbeit fortfahren können. Fertig ist die Montage. Auf zum nächsten Zimmer.

34 Arbeitstage später klopfen sich Konstantin Hirschmann und Kollegen auf die Schultern. Es ist Februar 2016 und auch die letzte Glasabtrennung ist fertig. Die eigene Statistik nach Fertigstellung aller Dusch-/WC-Anlagen zeigt: Durchschnittlich 4,5 Stunden brauchten sie für den Glasbau je Hotelzimmer.

Sketchnotes Reportage New Century Hotel: Badwelt — Glas-Montage durch die Firma HEILER: Zeitplan
[ 2017 Reportage New Century Hotel ]

Abschluss der Bauphase: Abnahme

Noch einmal prüfen Patrick Schulze und Pierre Lindenau die Bauzeichnung, das Aufmaßblatt mit Skizze und Beauftragung. Dann wird Hand angelegt. Lassen sich die Pendeltüren leicht und geräuschlos öffnen? Bleiben sie offen dort wo sie es sollen? Fallen sie wie gewünscht in ihre Ausgangsposition zurück sobald sie im Annäherungswinkel sind? Mit geübtem Blick erkennt Patrick Schulze die exzellente Maßarbeit von HEILER: Millimetergenau passiert die Glastür den Duschkopf und schließt exakt an der Glaswand aba. Schließlich prüfen sie noch Scharniere, Sitz der Griffe und Silikonfugen der Glaskonstruktion. Alles perfekt.

Nach dieser eingehenden Prüfung der Handwerksleistung durch Oberbauleiter Patrick Schulze kann Pierre Lindenau das Projekt erfolgreich abschließen. Das Leuchtturm-Projekt New Century Hotel ist gelungen. Der Projektleiter freut sich auf vergleichbare Projekte, in denen er beweisen kann, dass seine Firma ein kompetent, zuverlässiger Partner in gewerblichen Bauvorhaben ist.

· Teil 3 ·

Probewohnen, Lernkurve und Weiterentwicklung

Inzwischen ist es Frühsommer am Kaiserlei. Die ersten Hotelgäste besuchen das New Century Hotel. Während sich frisch Verliebte darüber freuen würden, sich gegenseitig beim Duschen beobachten zu können, gewähren sich gemeinsam reisende Geschäftspartner ihre Privatsphäre, indem sie für den jeweils anderen das gemeinsame Hotelzimmer verlassen. So schön die transparenten Klarglas-Wände sind: Noch in der Pre-Opening-Phase wird deutlich, dass es zahlreiche Hotelgäste gibt, die sich mehr Intimsphäre für den Bad-Bereich wünschen.

Mit unserem Angebot empfahlen wir New Century die Klarglas-Scheiben im Intimbereich mit keramischem Siebdruck zu bedrucken. Wir nennen dieses minimalistische Decor "Private". Bei dieser Technik kann der Abperleffekt des Glases erhalten werden. Die Dusche sieht lange schön aus. Leider konnten wir mit unserer Idee nicht überzeugen. New Century entschied sich für die vollständig transparente Version.

Pierre Lindenau
Projektleiter Glasbau am New Century Hotel

Wir hatten das mit der Transparenz der Glasduschen von Anfang an gesehen. Eine Dusche in Klarglas ist prima. Das macht man gerne, wenn man jung verheiratet ist. Für ein Hotel ist das jedoch nicht ideal. Der Interieur-Designer bestand jedoch darauf. Nun, wollten die Bauherren also so haben, okay das ist dein Wunsch, dann bleibt es, dann wird es so ausgeführt.

Christian Naeve
Architekt am New Century Hotel

Im Fall der Glasduschen ist leider genau das passiert, was möglichst nicht passieren sollte. Eine der Perspektiven im Hotelbau ist außer Acht gelassen worden: Die des Hotelgastes. Dafür ist wichtig, die chinesische Kultur zu verstehen. Chinesische Geschäftsmänner reisen zusammen und bewohnen gemeinsam ein Zimmer. Die transparenten WCs und Duschen waren somit nicht ideal.

Manchmal erweisen sich Entscheidungen als falsch. Später erkannt man: Okay, operativ passt das nicht. Man muss die Lösung ergänzen. Man macht Fehler. Es ist menschlich.

Rodderich Leffler
General Manager der Hoteleröffnung New Century Hotel (bis 2017)

Foto links: © Axel Hartmann

Das haben wir jetzt korrigiert, nachdem man dann das Ergebnis gesehen hat. Jetzt finde ich es auch schön mit diesem kleinen, durchsichtigen Glasstreifen oben und unten. Okay, das hätte man auch gleich richtig machen können, aber ich finde bei einem Projekt in der Größenordnung, da kann nicht alles glatt gehen. Das sind Sachen, die korrigiert man. Die hat man rechtzeitig rausgefunden. Da gab es einen Weg und gut ist es. Ansonsten finde ich das mit dem Glas auch toll, so wie es ist, es ist schön licht und hell.

Christian Naeve
Architekt am New Century Hotel

So mussten wir uns natürlich etwas einfallen lassen. Am einfachsten war, Folien anbringen zu lassen. Diese sind jetzt akzeptiert. Und das Ergebnis ist schön so, weil Glas den Raum viel, viel größer macht als in anderen Hotels wo man eine normale Tür zum Bad hat. Mit den satinierten Folien sind die Glasduschen und WCs nun perfekt.

Rodderich Leffler
General Manager der Hoteleröffnung New Century Hotel (bis 2017)

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Diese Multimedia-Reportage entstand in Kooperation mit